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v.l.n.r Nicolai Harbort (Glan-Rinderhalter, Königswinter) und Jonathan Grunwald

Der Wolf und die Weidetiere im Rhein-Sieg-Kreis 

Der Wolf stellt auch die Halter von Pferden, Kühen, Alpakas und Damwild vor neue Herausforderungen. Davon konnten sich Jonathan Grunwald, Landtagskandidat im südlichen Rhein-Sieg-Kreis und weitere Politiker bei den Weidetierhaltern auf dem Hühnerberg in Königswinter überzeugen. Dass das Thema nicht nur für Schaf- und Ziegenhalter aktuell ist, zeigen die Erfahrungen aus anderen Regionen Deutschlands wie in Schermbeck (NRW), wo die Wölfin „Gloria“ auch Ponys reißt. Hierbei steht für einige Halter ein liebgewonnenes Hobby, für viele jedoch ihre berufliche Existenz auf dem Spiel.

Neue Zäune, die aufwendig auf- und abgebaut und von Bewuchs freigehalten werden müssen, stellen einen Mehraufwand dar, den die Halter für ihre Tiere auf sich nehmen wollen. Hierbei könne jedoch nicht nur die Anschaffung, sondern auch der Unterhalt gefördert werden. Der Schutz für Pferde und Kühe müsste auch in der sog. „Pufferzone“ zum angrenzenden Wolfsgebiet Bergisches Land, zu dem u.a. Hennef gehört, gefördert werden, bevor die ersten Tiere dem Wolf zum Opfer fallen. Doch Wolfsrisse lassen sich auch mit Zäunen nicht gänzlich ausschließen. Den Anblick eines von ihnen über Jahre gepflegten und nun vom Wolf gerissenen Tieres würden sie nicht ertragen, so die anwesenden Pferdehalterinnen.

Für die Natur stelle die Zerschneidung von Wildwechselpfaden durch wolfssichere Zäune sowie die Gefahr des Verendens von Rehen in den Zäunen einen Rückschritt dar.

„Unsere Kulturlandschaft beruht auf der extensiven Haltung von Weidetieren auf Grünland. Die Rückkehr des Wolfes darf nicht dazu führen, dass Halter aufgeben, bedrohte Nutztierrassen verschwinden und das Wohlergehen anderer Wildtiere dem Schutz des Wolfes untergeordnet wird! In den letzten Wochen habe ich mich mit Landwirten, Obstbauern und Weidetierhaltern im gesamten Wahlkreis zwischen Hennef-Söven und Wachtberg ausgetauscht. Ihre Anliegen möchte ich mit nach Düsseldorf nehmen!“, erklärt Jonathan Grunwald nach dem Besuch auf den Höfen.